Wirtschafts-News Baden 4.0
KSB plant mehr Nachhaltigkeit beim Materialeinsatz
Baden AG - Das Kantonsspital Baden (KSB) und Philips sind in einer gemeinsamen Studie der Frage nachgegangen, wie nachhaltig das Herzkatheterlabor und die interventionelle Radiologie arbeiten. Die Ergebnisse enthalten 32 Verbesserungsvorschläge und sind für das KSB die Basis zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie.
(CONNECT) Um die Nachhaltigkeit im Klinikalltag zu verbessern, spielt das verwendete medizinische Material eine grosse Rolle. Wie eine Untersuchung am Herzkatheterlabor und in der interventionellen Radiologie des Kantonsspitals Baden (KSB) herausgefunden hat, hat nicht die Medizintechnik selbst die meisten negativen Auswirkungen auf den Klima- und Ressourcenschutz, sondern die dafür verwendeten Materialien. So seien Katheter, Elektroden, Handschuhe, sterile Abdeckungen und weitere Einwegprodukte für die meisten Emissionen (73 Prozent) verantwortlich, heisst es in einer Mitteilung zur Studie, die das KSB in Kooperation mit dem niederländischen Technologieunternehmen Philips durchgeführt hat. Philips ist in der Schweiz mit der Philips AG in Horgen ZH ansässig.
Alleine in den beiden dafür untersuchten Klinikbereichen entstehen bis zu 30 Kilogramm Abfall pro Tag, heisst es. Die häufigsten Eingriffe - Herzkatheteruntersuchungen und Koronarinterventionen sowie die Behandlung verengter Oberschenkelschlagadern mittels Ballonaufdehnung und Stentimplantation - führten je nach Verfahren zu 84 bis zu 90 Kilogramm CO2-Äquivalenten. Für die Studie wurden am KSB mehr als 224'000 Verbrauchsartikel aus rund 880 unterschiedlichen Materialtypen analysiert.
Insgesamt sei das KSB „bereits auf einem guten Weg". Aus den Studienresultaten wurden insgesamt 32 Vorschläge für einen noch klimafreundlicheren Klinikalltag abgeleitet. Verbessert werden soll das Beschaffungswesen, bei dem Nachhaltigkeitskriterien stärker einfliessen sollen. Auch sollen mehr wiederverwendbare Produkte genutzt werden. Optimierungsbedarf bestehe auch bei der langfristigen Datenspeicherung medizinischer Bilddaten. Laut der Studie entsteht durch Nutzung der digitalen Infrastruktur durch langfristige Speicherung medizinischer Bilddaten überraschend viel CO2-Ausstoss (9 Prozent), der den Anteil der Medizintechnik (5 Prozent) übersteige.
Nach Worten von Rahel Kubik, Chefärztin Radiologie und Direktorin des Departementes Medizinische Dienste am KSB, schliessen sich Nachhaltigkeit und Spitzenmedizin nicht aus. „Im Gegenteil: Wer Prozesse kritisch hinterfragt, Ressourcen bewusst einsetzt und Verschwendung reduziert, verbessert häufig auch die Effizienz und Qualität der Versorgung“, wird sie zitiert. ce/heg