Wirtschafts-News Baden 4.0
Forschende am PSI lassen Künstliche Intelligenz Gewebebilder färben
Villigen AG - Forschende am Paul Scherrer Institut (PSI) setzen Künstliche Intelligenz ein, um aus Gewebeaufnahmen der Computertomografie Abbildungen klassisch eingefärbter Gewebeschnitte zu erzeugen. Das Verfahren hat den Proof of Concept bestanden, ist aber noch nicht klinisch anwendbar.
(CONNCECT) Eine Gruppe von Forschenden am PSI um den Physiker Goran Lovric hat Künstliche Intelligenz (KI) darauf trainiert, Gewebebilder aus der Computertomografie (CT) so einzufärben, dass sie klassischen Gewebeschnitten gleichen. Fachpersonen in der Pathologie seien auf die typischen Farbkontraste derartiger Histologiefärbungen angewiesen, erläutert das PSI in einer Mitteilung. „Wir wollten deshalb die vertraute Farbwelt der Histologie auf dreidimensionale CT-Daten übertragen“, wird Lovric dort zitiert.
Um dies zu erreichen, haben die Forschenden ihre KI mit echten histologischen Gewebeschnitten und den dazugehörigen CT-Aufnahmen trainiert. Als besondere Herausforderung wird in der Mitteilung die Zuordnung der histologischen Schnitte zur richtigen Stelle in der dreidimensionalen CT-Aufnahme beschrieben. Dafür haben die Forschenden ein mehrstufiges Verfahren entwickelt, das ihnen zufolge präziser als bisherige Standardverfahren funktioniert. An krankhaft verändertem Lungengewebe konnte gezeigt werden, dass das Verfahren tatsächlich funktioniert.
Trotz des geleisteten Proof of Concept kann die Methode aber noch nicht in den medizinischen Alltag Einzug halten. Dies liegt zum einen an den enormen anfallenden Datenmengen bei der benötigten Phasenkontrast-Bildgebung. Zum anderen handelt es sich bei der virtuellen Histologie nicht um echte histologische Information, sondern um eine statistische Rekonstruktion, die noch keine diagnostische Routinequalität aufweist. Nach Ansicht der Forschenden eignet sich das Verfahren aber bereits dazu, die Erforschung von Krankheitsbiomarkern zu beschleunigen. ce/hs