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Projekte

Gesamtsanierung Museum Langmatt

Die denkmalgeschützte Villa und das darin beheimatete Museum wurde von 2024 bis 2026 umgebaut und saniert.

Projektinformationen

Bauherrschaft Villa Langmatt AG
Projektmanagement STADT BADEN, Bau
Architekten Ernst Niklaus Fausch Partner AG, Zürich
Kosten CHF 19.9 Mio.
Realisierung 2024 - 2026

Projektbeschrieb

Die Villa Langmatt an der Römerstrasse 30 wurde 1899-1901 auf einem Grundstück namens "lange Matte" vom Architekten Karl Moser für das Ehepaar Sidney und Jenny Brown- Sulzer, Mitbegründer der einstiegen Brown Boveri & Cie (BBC), erbaut.
Die Stadt Baden war 1987 Alleinerbin des Nachlasses von Sidney und Jenny Brown und gründete 1988 die Stiftung Langmatt, die 1990 das Museum eröffnete. Die «Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown» ist alleinige Eigentümerin des gesamten Ensembles von Park, den darin befindlichen Bauten und Gewerken sowie der Villa selber. Sie ist auch Eigentümerin des gesamten Nachlasses von John A. Brown, dem Sohn der einen BBC-Gründerfamilie Sidney und Jenny Brown. Zum gesamten Nachlass gehören nebst Gebäude und Park insbesondere auch die Kunstsammlung und das Finanzvermögen.

Die letzte grössere Instandsetzung des Gebäudes erfolgte 1987-1990 als aus dem ehemaligen Wohnhaus ein öffentlich zugängliches Museum mit einer eigenen Sammlung wurde. Die Langmatt zählt zu den bedeutendsten Privatsammlungen des französischen Impressionismus in Europa. Wertvoll ist zudem die gesamte Anlage als einzigartiges Ensemble. Dieses Ensemble spiegelt die kunsthistorische Pionierleistung und die luxuriöse Lebensweise der Industriellenfamilie Brown und eröffnet vielfältige Bezüge zur Geschichte von Stadt, Region und Kanton.

Das Grundstück liegt im sogenannten Römerquartier und stellt eine veritable Parkanlage mit grossartigem Baumbestand dar, die ursprünglich von der Gartenbaufirma Otto Froebel entworfen wurde. Der steil abfallende Hinterhofwald trennt die Liegenschaft im Norden von der Limmat, während sie südseitig von der erschliessenden Römerstrasse flankiert wird. Die Villa als Museum und der Park bieten ein etabliertes Ausstellungs- und Veranstaltungs-programm, das die Sammlung mit zeitgenössischen Positionen in Austausch bringt. Das Museum nimmt somit eine prägnante Stellung im regionalen und überregionalen Kulturangebot ein.

Das Anwesen steht unter kantonalem Denkmalschutz. Zudem sind die Villa und die Museumssammlungim Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung (KGS) als A-Objekt verzeichnet.

Das über hundert Jahre alte Gebäude war seit Jahren stark sanierungsbedürftig. Zwischen 2014 und 2018 wurden eine Reihe von dringenden Sanierungsarbeiten durchgeführt (in Form von Not- und Sofortmassnahmen). Trotzdem hat sich das Schadensbild verschlechtert, weswegen eine umfassende Gesamtsanierung unumgänglich war. Aus diesem Grund hat die Stiftung in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Baden und dem Kanton Aargau im Herbst 2020 das Projekt «Museum Langmatt – Gesamtsanierung» lanciert. Von Oktober 2020 bis Juni 2021 wurde das Planerwahlverfahren durchgeführt, welches das Generalplanerteam von Ernst Niklaus Fausch Partner AG aus Zürich gewonnen hat. Nach einer sorgfältigen Einlagerung aller Objekte und Bilder in einem externen Depot wurde im Frühling 2024 mit der Gesamtsanierung gestartet. Nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren wurden das Museum und der Park am Wochenende vom 09./10. Mai 2026 feierlich eröffnet.

Die Villa

Im Rahmen der Gesamtsanierung wurde die Gebäudehülle und die Oberflächen in den Innenräumen saniert sowie die Haustechnikinstallationen weitgehend erneuert. Handlungsbedarf bestand neben der allegmeinen Haustechnik bei der Klima-, Sicherheits- und Lichttechnik, dem Brandschutz und der Hindernisfreiheit.
Bei der Fassade wurde das Riegelwerk saniert, die Fenster nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten ertüchtigt, der Sonnenschutz erneuert und das komplette Dach gedämmt.

Foto: Hannes Henz

Die Oberflächen in den Innenräumen befanden sich grundsätzlich in einem guten Zustand. Mittels eine umfangreichen Farbuntersuchung wurde die einzelnen Fabrtschichten bestimmt. Neufassungen wurden wurden in einzelnen Räumen vor allem im 1. Obergeschoss und im Dachgeschoss umgesetzt.

Foto: Hannes Henz
Foto: Hannes Henz
Foto: Hannes Henz
Foto: Hannes Henz

Für eine grundlegende Verbesserung der bisherigen Eingangssituation, wurde das ehemalige Ökonomiegebäude komplett entkernt und und für die betreiblichen Funktionen von Eingang/Kasse, Museumsshop, Garderoben und Schliessfächer sowie die WCs umgebaut.

Foto: Hannes Henz

Über die baulichen Massnahmen im Ökonomiegebäude wurde zudem ein hindernisfeier Zugang erstellt, der in Verbindung mit der neu erstellten Liftanlage die Erschliessung aller Geschosse rollstuhlgängig ermöglicht.

Foto: Hannes Henz

Die Oberflächen des bestehenden Veranda-Café wurde ebenfalls saniert und das Interieur und die Ausstattung erneuert.

Der Pavillon

In der Verlängerung des Ökonomiegebäudes wurde ein multifunktionaler Pavillon erstellt. Dieser deckt das hohe betriebliche Bedürfnis ab für Vernissagen, für Veranstaltungen im Park, sowie für einen gedeckten Zugangsbereich als Schlechtwetterschutz ein entsprechendes Raumangebot bereitstellen zu können. Der Pavillon ist als Stahlkonstruktion mit einer raumhohen Schiebeverglasungt und einem schwach geneigten Walmdach ausformuliert. In Anlehnung an die Technikaffinität von Sidney Brown – Mitbegründer der im Energiesektor tätigen BBC – besteht die Dachhaut aus einer integrierten Fotovoltaikanlage, welche durch die Regionalwerke Baden erstellt und betrieben wird.

Foto: Hannes Henz
Foto: Hannes Henz

Die Glasscheiben und die Vorhänge wurden von der Künstlerin Julia Steiner aus Basel gestaltet, die im Dezember 2023 den Zuschlag beim Wettbewerb für Kunst und Bau erhalten hat.

Foto: Hannes Henz

Das Ensemble von Gebäude und Park der Langmatt ist für das Erlebnis der Ausstellungen einzigartig. Dieses Erlebnis wird mit den umgesetzten architektonischen Massnahmen gestärkt und zugänglicher gemacht. Das Zusammenspiel von bestehender Villa, verlängertem Ökonomiegebäude und dem neuen Pavillon entsteht eine attraktiver Empfang, der die Ansprüche eines zeitgenössischen Museums erfüllt.

Der Park

Der Park spielt für die öffentliche Wirkung der Langmatt eine grosse Rolle. Nebst der rahmenden Inszenierung für die Villa und Setting für grosse Veranstaltungen dient er vor allem als ruhiger Aufenthaltsort. Der Park wird einerseits vom Museumspublikum, andererseits von Besucherinnen und Besuchern, die während der Mittagspause auf einen Kaffee, für ein Badmintonspiel, ein Picknick, eine Yogastunde oder etwas Anderes hineinkommen.
Erste Unterlagen zur Planung des Gartens finden sich um die vorletzte Jahrtausendwende. Ein Grundrissplan von 1900 zeigt ein Gestaltungskonzept des Gartens im landschaftlichen Stil. Dieser wurde vom berühmten Zürcher Gartenarchitekten Otto Fröbel in Zusammenarbeit mit den Architekten des Neubaus erstellt. Im Zusammenhang mit der baulichen Sanierung der Villa und dem Neubau des Pavillons wurden die von den Massnahmen betroffenen Umgebungsflächen nach historischem Vorbild saniert und revitalisiert. Zudem wurden zwei weitere Massnahmen umgesetzt, die sich am Plan von Otto Froebel orientieren. Die eine Massnahme ist die Wiederherstellung des nördlichen Rundwegs in der Limmatböschung (dem sogenannten «Belt Walk») die andere die Nachbildung bzw. Neuinterpretation des «Kinder-Gartens» an der östlichen Grundstücksgrenze.

Kontakt

STADT BADEN
Bau
Julius Schulz
Rathausgasse 5
5401 Baden
Telefon +41 56 200 82 70
julius.schulz@baden.ch

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