Projekte
Umbau und Sanierung Schulhaus Tannegg
Das Schulhaus Tannegg wurde 1973/74 als eine der grössten Schulbauten der Volksschule Baden gebaut.
Projektinformationen
| Bauherrschaft | STADT BADEN, Bau |
| Architekten |
ERP Architekten AG, Baden |
| Kosten | CHF 33.3 Mio. |
| Realisierung | August 2021 - Februar 2024 |
| Baudokumentation |
Die reichbebilderte Baudokumentation umfasst 70 Seiten und ist für den Preis von CHF 15.– im Online-Shop erhältlich.
|
Projektbeschrieb
Das Schulhaus Tannegg wurde 1973/74 als eine der grössten Schulbauten der Volksschule Baden gebaut. Mit dem Umzug der Real- und Sekundarschule in die neue Schule Burghalde wurde das Gebäude von August 2021 bis Februar 2024 umfassend saniert und in ein reines Primarschulhaus umgebaut.
Mit der Verlegung des Haupteingänge wurde ein grosszügiger und übersichtlicher Eingangsbereich geschaffen.
Auf den drei Hauptebenen mit den Unterrichtsräumen wurde der Bestand bis auf die Primärstruktur, also den Rohbau aus Stützen, Trägern und Flachdecken, rückgebaut. Somit konnte viel wertvolle Substanz erhalten bleiben, ohne dass alles neu gebaut werden musste.
Die Fassade hingegen wurde erneuert, unter anderem da diese nicht mehr den heutigen energetischen Anforderungen entsprach. Mit der umfassenden Erneuerung der Gebäudehülle wurden ebenfalls sämtliche Verglasungen, Fenster und der Sonnenschutz ersetzt sowie die Dachflächen wärmetechnisch saniert und extensiv und intensiv begrünt. Auf den beiden Dachflächen Vom Ost- und Weststrakt befindet sich eine zudem eine PV-Anlage.
Die hallenartige Grundstruktur der Pfaffechappe bildete die ideale Grundlage für eine neue, differenzierte Raumgliederung für eine zeitgemässe und flexibel gestaltbare Lernumgebung. Die Insgesamt 24 Klassenzimmer werden in einer Art Cluster angeordnet. Jeweils 4 Klassen teilen sich eine gemeinsame Zone mit frei bespielbarem Gruppenbereich, Garderobe und Erschliessung.
Die Aula im Mitteltrakt wird über eine Sitzstufentreppe direkt an die Eingangshalle angebunden womit im Zentrum der Schulanlage ein Ort der Begegnung und Kommunikation für unterschiedliche Aktivitäten entsteht. Die Lehrervorbereitung, inklusive der notwendigen Infrastruktur, ist als gemeinsamer Arbeitsort ebenfalls im Mitteltrakt angeordnet.
Im Inneren wurde die Orientierung durch präzise Eingriffe in die Erschliessungsstruktur wesentlich verbessert und räumlich geklärt. Durch diese Massnahme konnten die ehemaligen Treppenhauserker an der Fassade Richtung Limmatraum aufgehoben und nach aussen geöffnet werden. Die neu geschaffenen Nischen mit ihren hölzernen Sitzstufen bieten den Schülerinnen und Schülern zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten und Lernräume mit Ausblick auf das Grün der Umgebung und die Limmat. Die Decken der Nischen wurden durch die Künstlerin Zilla Leutenegger gestaltet.
Das Schwimmbad und die Garderoben wurden komplett saniert und durch eine entsprechende Neuorganisation eine klare Trennung zum Schulbereich geschaffen. Für die ausserschulische Nutzung des Schwimmbads wurde ein neuer Zugang von aussen erstellt.
Nachhaltigkeit
Durch die Sanierung konnte viel wertvolle Substanz, vor allem das Tragwerk und die Geschossdecken, erhalten bleiben.
Deutlich günstiger als ein Neubau ist die Sanierung für das CO2-Budget. Rund 3000 Tonnen CO2-Äquivalente konnten damit eingespart werden. Der Wärmeverbrauch pro Jahr kann um mehr als die Hälfte gesenkt werden.
Durch die Integration in die Fernwärme im Jahr 2026 erfolgt die Umstellung auf fast ausschliesslich erneuerbare und CO2-neutrale Energie aus Abwärme der KVA Turgi und Grundwasser. Gut 50 Prozent des Stromverbrauchs werden durch die Photovoltaikanlage abgedeckt.
Vor dem Umbau und Sanierung konnten andere Schulen aus Baden und deren Gebäudeverantwortliche Bauteile und Mobiliar auswählen, welche sie an ihren Standorten direkt verwenden konnten oder um sie als Ersatzteile zu lagern. Ein Grossteil der noch verbleibenden Ausstattung konnte in Zusammenarbeit mit der Oberli AG an drei Schulen in der Stadt Turda in Rumänien vermittelt werden.
Zudem ist das Baubüro in situ ag fündig geworden und hat Baumaterial aus der Pfaffechappe beim Umbauprojekt des Headoffice von Transa in Zürich wiederverwendet
Publikationen
Hochparterre, 8 2024 [pdf, 4.9 MB]
Altes Potenzial neu erschlossen (© Hochparterre, 2024)
Auszeichnung Climate Star
Das europäische Städtenetzwerk Klima-Bündnis hat das Projekt «Sanierung Schulhaus Tannegg» am 8. Mai 2025 mit dem Climate Star Award ausgezeichnet.

Die Bilanz der Sanierung des Schulhauses ist eine Halbierung des Wärmeverbrauchs, ein reduzierter Stromverbrauch, eine Dachbegrünung und eine Photovoltaikanlage die gut 50 Prozent des Stromverbrauchs abdeckt.
Anstelle eines Neubaus wurde das Gebäude bis auf die Primärstruktur zurückgebaut. Viel wertvolle Substanz, vor allem das Tragwerk und die Geschossdecken, konnten dadurch erhalten bleiben und somit bis zu 3000 Tonnen CO2 eingespart werden. Das Gebäude wird im Jahr 2026 an das Fernwärmenetz angeschlossen und kann dadurch auf erneuerbare Energien umstellen.
Vor dem Umbau und Sanierung konnten andere Schulen aus Baden und deren Gebäudeverantwortliche Bauteile und Mobiliar auswählen, welche sie an ihren Standorten direkt verwenden konnten oder um sie als Ersatzteile zu lagern. Ein Grossteil der noch verbleibenden Ausstattung konnte in Zusammenarbeit mit der Oberli AG an drei Schulen in der Stadt Turda in Rumänien vermittelt werden. Zudem hat das Baubüro in situ Baumaterial aus dem Schulhaus beim Umbauprojekt des Headoffice von Transa in Zürich wiederverwendet.
Kontakt
STADT BADEN
Bau
Rathausgasse 5, 5400 Baden
Telefon +41 56 200 82 89
bau@baden.ch
