Aktuelle Meldungen
Trockenheit setzt dem Badener Wald zu
Stadtforstamt beobachtet Trockenheitsschäden und baut exponierte Ruhebänke vorsorglich ab. Langfristige klimafitte Massnahmen sollen den Wald widerstandsfähiger machen.
Die durch den Klimawandel verursachte, anhaltende Trockenheit setzt dem Badener Wald zunehmend zu. Besonders betroffen sind Buchen an den exponierten Waldstandorten am Sonnenberg, Schartenfels und Martinsberg in Baden sowie am Geissberg in Ennetbaden. Das Stadtforstamt Baden kontrolliert die betroffenen Gebiete regelmässig und trifft vorsorgliche Massnahmen zum Schutz der Waldbesuchenden. An besonders exponierten Stellen werden deshalb einzelne Ruhebänke vorübergehend abgebaut.
Trockenheit erhöht die Gefahr von Astabbrüchen
Die anhaltende Trockenheit bedeutet für die Bäume Stress. Insbesondere Bäume an exponierten Standorten können dadurch geschwächt werden. Äste können abbrechen oder einzelne Bäume absterben. Das Ausmass der Schäden wird erst im Frühjahr 2027 sichtbar. Das Stadtforstamt beobachtet deshalb die Entwicklung aufmerksam und beurteilt die Situation laufend. «Wir können nicht jeden Baum im Wald kontrollieren. Deshalb ist bei diesem Extremwetter auch die Eigenverantwortung der Waldbesuchenden wichtig», sagt Stadtoberförster Georg von Graefe.
Das Stadtforstamt appelliert an einen verantwortungsbewussten Umgang im und mit dem Wald. Absperrungen und Hinweise des Forstbetriebs sind zu beachten. Es empfiehlt, bei Sturm und starkem Wind auf einen Waldspaziergang zu verzichten und den Waldbesuch zu verschieben.
Auch beim Thema Waldbrand ist aktuell besondere Vorsicht erforderlich. Im Kanton Aargau gilt aufgrund der sehr grossen Waldbrandgefahr ein absolutes Feuer- und Feuerwerksverbot. Dieses gilt auch für bestehende Feuerstellen im Wald und am Waldrand.
Badener Wald wird mit klimafitten Massnahmen auf den Klimawandel vorbereitet
Die aktuelle Trockenheit zeigt, wie wichtig die langfristige Anpassung des Waldes an den Klimawandel ist. Das Stadtforstamt Baden verfolgt diese Strategie bereits seit Jahren.
Die Anpassung an den Klimawandel erfolgt auf verschiedenen Ebenen. Das Stadtforstamt fördert klimafitte Baumarten, die heute bereits rund 40 Prozent des Bestandes ausmachen. Ergänzend werden in Klimawaldinseln geeignete Baumarten für das zukünftige Klima erprobt, mit Klimatümpeln wertvolle Feuchtlebensräume geschaffen und Pionierbaumarten, Totholz und Habitatbäume gezielt gefördert. So entsteht ein vielfältiger und widerstandsfähiger Wald, der auch unter veränderten klimatischen Bedingungen seine wichtigen Funktionen erfüllen kann.
«Ein klimafitter Wald entsteht nicht über Nacht. Die Massnahmen, die wir heute umsetzen, wirken über Jahrzehnte», erklärt von Graefe. «Wir können den Wald an die Folgen des Klimawandels anpassen. Gleichzeitig stellt sich aber die Frage: Wie kann die Bevölkerung dem Wald helfen?»
3 × F für den Wald
Für von Graefe beginnt der Beitrag zum Wald auch beim persönlichen Verhalten: weniger fliegen, weniger Fleisch konsumieren und weniger fossile Energie verwenden. «Kurz gesagt: 3 × F. Damit können wir alle dazu beitragen, den Klimawandel zu bremsen – und damit auch unseren Wald zu entlasten.»
Der Badener Wald ist ein wichtiger Lebens- und Erholungsraum. Er schützt vor Naturgefahren, produziert Holz, speichert Kohlenstoff und bietet vielfältigen Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum. Mit einer vorausschauenden Waldbewirtschaftung und dem verantwortungsvollen Verhalten der Bevölkerung soll sichergestellt werden, dass diese Leistungen auch unter den sich verändernden klimatischen Bedingungen langfristig erhalten bleiben.