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Sommerwaldumgang der Ortsbürger Baden 2026: Seltene Baumarten im Fokus

Am Samstag, 20. Juni 2026, fand der traditionelle Sommerwaldumgang der Ortsbürgergemeinde Baden statt. Unter dem Motto «Raritäten im Badener Wald: Speierlinge, Eiben, Elsbeeren & Co.» erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Vielfalt seltener Baumarten und deren Bedeutung für die Zukunft des Waldes. Rund um den Sonnenberg und den Schwabenberg führte Stadtoberförster Georg von Graefe die interessierten Ortsbürgerinnen und Ortsbürger durch verschiedene Waldlebensräume und zeigte auf, wie das Stadtforstamt die Biodiversität gezielt fördert.

Ein Wald voller Besonderheiten

Zur Begrüssung betonte Georg von Graefe die aussergewöhnliche Vielfalt des Badener Waldes. Auf engem Raum treffen wärmeliebende und schattenverträgliche Baumarten aufeinander und schaffen Lebensräume für zahlreiche Tier-, Pflanzen- und Pilzarten.
Die Teilnehmenden erfuhren, weshalb diese Vielfalt für die Stabilität des Waldes und seine Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel von zentraler Bedeutung ist. 

Speierlinge als Investition in die Zukunft

Die erste Station führte zum ehemaligen Kugelfang der Schiessanlage Belvédère. Nach der Bodensanierung wurde die Fläche ökologisch aufgewertet und mit seltenen Speierlingen (sorbus domestica) bepflanzt. Elf junge Speierlinge aus verschiedenen Regionen des Kantons Aargau wurden hier angesiedelt.
Durch die Kombination unterschiedlicher Herkünfte entsteht eine besonders hohe genetische Vielfalt, welche die Anpassungsfähigkeit der seltenen Baumart stärkt. Der Speierling gilt in der Schweiz als stark gefährdet und wird seit vielen Jahren vom Stadtforstamt Baden gezielt gefördert.

Eiben – Relikte einer langen Waldgeschichte

Im schattigen Nordhangwald am Brenntrain stand die Eibe im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erfuhren, dass die Eibe einst in Europa weit verbreitet war, jedoch über Jahrhunderte stark genutzt wurde, insbesondere für die Herstellung von Langbogen. Heute zählt sie zu den seltenen Baumarten. Stadtoberförster von Graefe erläuterte die Herausforderungen bei ihrer natürlichen Verjüngung und die Schutzmassnahmen gegen Wildverbiss durch Rehe und Hirsche.
Beeindruckt zeigte sich das Publikum auch vom hohen Alter, das einzelne Eiben erreichen können. 

Sonnenberg: Hotspot für Artenvielfalt

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Sonderwaldreservats Sonnenberg. Das Gebiet vereint lichte Wälder, Trockenstandorte, ehemalige Steinbrüche und totholzreiche Bestände. Dieses Mosaik unterschiedlichster Lebensräume bietet zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten ideale Bedingungen.
Hier erläuterte Pius Moser, Teamleiter vom Stadtforstamt, die Bedeutung von Elsbeere, Wildbirne und weiteren seltenen Baumarten sowie deren besondere Strategien zur Erhaltung der genetischen Vielfalt. 

Vielfalt als Erfolgsrezept im Klimawandel

Am Langenmarchsteinweg schlug der Sommerwaldumgang den Bogen von der Artenförderung zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung.
Am Beispiel eines nach dem Sturm «Lothar» entstandenen Mischwaldes wurde gezeigt, wie vielfältige Bestände zur Stabilität des Waldes beitragen. Unterschiedliche Baumarten nutzen Wasser und Nährstoffe auf verschiedene Weise und erhöhen dadurch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit, Stürmen und Schädlingen. Neben einheimischen Eichen werden im Badener Wald auch Flaumeichen und Zerreichen gefördert, um den Wald auf zukünftige Klimabedingungen vorzubereiten. 

Gemütlicher Ausklang am Schwabenberg

Zum Abschluss trafen sich die Teilnehmenden beim Schwabenberg-Rastplatz zu einem gemeinsamen Zvieri. Dort wurden auch die Gewinnerinnen und Gewinner des Baumarten-Quiz ausgezeichnet. Stadtoberförster von Graefe dankte den Mitarbeitenden des Stadtforstamtes, den Organisatoren sowie allen Teilnehmenden für ihr Interesse am Badener Wald und seiner aussergewöhnlichen Vielfalt.


©Stadt Baden


©Stadt Baden


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