Bau und Energie

Energiesparendes Bauen reduziert über einen langen Zeitraum die Energiekosten und entlastet die Umwelt.

Planen Sie einen Neubau oder steht bei Ihnen die Sanierung oder der Umbau einer Liegenschaft an? Stellen Sie die Weichen für gute Bauqualität und einen umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Betrieb frühzeitig. Kostenoptimierte Lösungen insbesondere bei Sanierungen bedingen eine rechtzeitige Planung und aufeinander abgestimmte Massnahmen. Lassen Sie sich von Energieexperten beraten und nutzen Sie die Erkenntnisse um Ihr Projekt für die Zukunft fit zu machen.

Energetische Abklärungen vor dem Bauprojekt

Vor der Konkretisierung eines Projektes, sollten einige Abklärungen gemacht werden.

Wärmeversorgung: Für die Wärmeversorgung sollten lokale Energieträger wie Erdwärme, Sonne oder auch Holz eingesetzt werden. Die Energierichtplankarte zeigt Ihnen die lokalen Potenziale auf. Achten Sie auf die energetischen Vorschriften in der BNO (Bau und Nutzungsordnung) der Stadt Baden und die Vorgaben das Kantons Aargau Energiegesetz des Kantons Aargau  (EnergieG) und  Energiesparverordnung des Kantons Aargau  (ESpaV).

Gebäudehülle: Türen, Fenster und die Wärmedämmung haben eine sehr lange Lebensdauer. Es lohnt sich über das gesetzlich verlangte Minimum hinauszugehen, um danach für Jahrzehnte von tieferen Energiekosten und höherem Wohnkomfort zu profitieren. Ein wichtiges Thema ist auch der sommerliche Hitzeschutz. Mit der Wahl geeigneter Dämmmaterialen bleibt das Raumklima auch an heissen Sommertagen im angenehmen Bereich.

Gebäudelabel: Gebäudelabel wie Minergie, Minergie-A oder Minergie-P weisen qualitativ hochwertige Gebäude aus und erhöhen den Wert Ihrer Liegenschaft.

Eigenstromproduktion: Ob sich Ihr Gebäudestandort für die Eigenstromproduktion eignet, können Sie im Solarkataster  nachschauen. Ungefähre Kennzahlen können für jede Dachfläche per Mausklick abgefragt werden. Auch wenn Sie noch nicht den Bau einer Anlage planen, sollten Sie die Vorbereitungen dazu treffen (z.B. Steigzone vorsehen).

Solaranlagen

Potenzialabschätzung

Überprüfen Sie das Energieerzeugungspotenzials Ihres Daches. Wählen Sie auf der Karte Ihre Liegenschaft aus und klicken Sie diese an.

 

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Gemäss Art. 18a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung RPG, SR 700 bedürfen in Bau- und in Landwirtschaftszonen auf Dächern genügend angepasste Solaranlagen keiner Baubewilligung. Solche Vorhaben sind aber der Abteilung Planung und Bau mittels kantonalem Formular Solaranlage zu melden.

Als genügend angepasst im Sinne des Raumplanungsgesetzes gelten Solaranlagen, wenn sie (kumulativ; Art. 32a der Raumplanungsverordnung RPV, Raumplanungsverordnung):

  1. die Dachfläche im rechten Winkel um höchstens 20 cm überragen;
  2. von vorne und von oben gesehen nicht über die Dachfläche hinausragen;
  3. nach dem Stand der Technik reflexionsarm ausgeführt werden; und
  4. als kompakte Fläche zusammenhängen.

Gemäss § 49a BauV  gilt zusätzlich: Solaranlagen auf Gebäuden in Industrie-, Arbeits- und Gewerbezonen sind baubewilligungsfrei, auch wenn sie die Dachfläche im rechten Winkel um mehr als 20 cm überragen (Abs. 1). Weiter dürfen baubewilligungsfreie Solaranlagen ausgeführt werden, wenn die Behörde innert 30 Tagen nach Eingang der Meldung keine Einwände erhebt.

Achtung: Solaranlagen auf Kultur- und Naturdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung sowie auf Objekten in den Altstadtzonen, im Kernbereich Bäderzone, der Dorf- und Villenzone sowie in den Ensembleschutzzonen und an Baudenkmälern bedürfen stets einer Baubewilligung (§ 49a Abs. 2 BauV; § 83 Abs. 2 Bau- und Nutzungsordnung [pdf, 238.26 KB]. Die Anlagen dürfen solche Zonen oder Denkmäler nicht wesentlich beeinträchtigen (Art. 18a Abs. 3 RPG). Mit dem Baugesuch ist auch die Meldepflicht erfüllt.

Für detailliertere Abklärungen zur Solarenergie (Solarthermie oder Photovoltaik) wenden Sie sich an die Energiefachstelle Baden, Tel. +41 56 200 22 89 oder efs@regionalwerke.ch.

Energetische Nachweise für Baugesuche

Seit dem 1. März 2009 ist im Kanton Aargau die «Verordnung zu den Energiesparvorschriften des Energiegesetzes (Energiesparverordnung, ESpaV)» in Kraft. Einige Punkte sind für das Erstellen von energetischen Nachweisen (kurz EN) und bei der Bauausführung besonders zu beachten:

  1. § 7 ESpaV: Die Anforderungen an den Wärmeschutz von Bauten richten sich nach der Norm SIA 380/1, Ausgabe 2009.
  2. Die Klimastation für Baden ist Buchs-Aarau.
  3. Der Nachweis energetischer Massnahmen bei Neu- und Umbauten kann mit den entsprechenden Grenzwerten als Systemnachweis oder Einzelbauteilnachweis nachgewiesen werden.
  4. Der Dämmperimeter ist auf den Planunterlagen genau einzuzeichnen.
  5. Bauteile müssen auf den Planunterlagen genau bezeichnet und abgegrenzt werden.
  6. Legen Sie die Bauteilliste mit U-Wert Angaben und Berechnungsgrundlagen bei.
  7. Wärmebrücken sind je nach Bauteilqualität zu berücksichtigen.
  8. Füllen Sie die EN Formulare komplett aus und unterschreiben Sie sie.
  9. Erleichterungen von den Anforderungen sind gemäss §9 ESpaV zu begründen.
  10. ESpaV § 10: Neue Bauten oder Erweiterungen mit einer EBF > 50m² müssen so erstellt werden, dass höchstens 80% des zulässigen Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser mit nicht erneuerbaren Energien gedeckt werden. Diese Anforderung kann durch die fachgerechte Ausführung einer Standardlösung nach ESpaV Anhang 9 erfüllt werden.
  11. ESpaV § 11: Elektrizität zu Heizzwecken wird doppelt gewichtet.
  12. ESpaV § 15: Wärmepumpen sind so auszulegen, dass elektrische Widerstandsheizungen zur Deckung der Norm-Heizlast nur bei Unterschreitung der Norm-Aussentemperatur zum Einsatz kommen.
  13. ESpaV § 16: In Neubauten und bei Heizungskomplettsanierungen sind reine Elektroboiler nicht zugelassen.
  14. ESpaV § 176: In beheizten Räumen sind Einrichtungen zu installieren, die es ermöglichen, die Raumlufttemperatur einzeln einzustellen und selbsttätig zu regeln. Ausgenommen sind Räume, die überwiegend mittels träger Flächenheizungen mit einer Vorlauftemperatur von höchstens 30 °C beheizt werden.
  15. Allgemein: Der Nachweis muss für die Kontrollstelle nachvollziehbar sein!

Links zu den Vollzugshilfen und Formularen des Kantons Aargau

Beiträge an Ihr Bauvorhaben

  1. Minergie-Standard: Für Bauten mit Minergie-Standard wird ein einmaliger Beitrag in der Höhe der ordentlichen Baubewilligungsgebühr (2.5‰ der Baukosten) ausgerichtet, im Minimum CHF 4000, im Maximum CHF 25 000. Der Beitrag wird gegen Nachweis des definitiven Minergie-Zertifikats nach Bauvollendung ausgerichtet. Die entsprechende Eingabe kann bei der Abteilung Planung und Bau erfolgen. Die Zusicherungsfrist beträgt drei Jahre ab Vergabe des definitiven Zertifikats durch die Zertifizierungsstelle. 
  2. Minergie-P (auch bekannt unter "Passivhaus"): Für Bauten mit Minergie-P-Standard gilt das gleiche Förderprinzip wie für Minergie. Die Beiträge werden mit dem Faktor 3 multipliziert (Beitrag im Minimum CHF 12 000, im Maximum CHF 75 000).
  3. Thermische Sonnenenergie (Sonnenkollektoren): CHF 1000 pro angeschlossene Wohnung plus CHF 1500 Grundbeitrag, max. CHF 20 000, Zusatzbedingung: Min. 4m2 Kollektorfläche pro Wohneinheit (WEH)  bei 1 bis 4 WEH, nachher min. 16m2 oder 1.5m2 Kollektorfläche pro WEH.
  4. Wärmepumpen (exkl. Luft-Wasser-WP): Neubauten: Wohnbauten: CHF 500 pro angeschlossene Wohnung plus CHF 500 Grundbeitrag, max. CHF 10 000 Gewerbe: CHF 100 pro kW thermische Leistung plus CHF 100 Grundbeitrag, min. CHF 1000, max. CHF 10 000.
    Umbauten: Wohnbauten: CHF 1000 pro angeschlossene Wohnung plus CHF 1000 Grundbeitrag, max. CHF 20 000 Gewerbe: CHF 200 pro kW thermische Leistung plus CHF 200 Grundbeitrag, min. CHF 2000, max. CHF 20 000. Die Beiträge werden nur ausgerichtet, sofern ein anderes Heizsystem vorhanden war. Die Regionalwerke AG Baden fördern Wärmepumpen kumulativ mit den gleichen Beträgen wie die Stadt Baden.

Formularbezug

Sie finden alle Informationen zu Förderbeiträgen und Angeboten (auch Dritter) bei der Energiefachstelle Baden, Tel. +41 56 200 22 89 oder efsNULL@regionalwerke.ch. Die entsprechenden Formulare finden Sie hier als pdf oder können bei der Energiefachstelle bezogen werden.

Vorgehen

Reichen Sie den Nachweis energetischer Massnahmen im Doppel zusammen mit den Baugesuchsunterlagen ein. Die Unterlagen werden extern geprüft, der Prüfbericht mit allfälligen Auflagen ist ein integrierender Bestandteil der Baubewilligung. Die Kosten hierfür werden mit der Baubewilligungsgebühr in Rechnung gestellt. Mit der Bauabnahme werden die ausgeführten Arbeiten überprüft. Auf der Baustelle werden zudem stichprobenweise Kontrollen durchgeführt.

Folgendes gilt es zu beachten:

  • Für Solaranlagen besteht eine generelle Meldepflicht, unter Umständen sogar eine Baubewilligungspflicht.
  • Prüfen Sie auch beim Bau von Wärmepumpen, ob eine Baubewilligung nötig ist.
  • Sind Sie über Baurechtsverträge oder Auflagen im Baugesuch an eine Heizgemeinschaft gebunden, muss vor dem Bau einer Wärmepumpe die vertragliche Situation geklärt werden. Nehmen Sie mit der Abteilung Entwicklungsplanung, Tel. +41 56 200 82 90 oder entwicklungsplanungNULL@baden.ch  Kontakt auf. 

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