Bau und Energie

Energiesparendes Bauen reduziert über einen langen Zeitraum die Energiekosten und entlastet die Umwelt.

Planen Sie einen Neubau oder steht bei Ihnen die Sanierung oder der Umbau einer Liegenschaft an? Beziehen Sie die Möglichkeiten energiesparenden Bauens frühzeitig mit ein. Prüfen Sie energiesparende Massnahmen bei der Planung der Gebäudehülle oder im Bereich der Wärmeerzeugung. Die Stadt Baden belohnt Bauvorhaben mit überdurchschnittlich hohen Gebäudestandards und umweltfreundlicher Energieversorgung.

Beiträge an Ihr Bauvorhaben

  1. Minergie-Standard: Für Bauten mit Minergie-Standard wird ein einmaliger Beitrag in der Höhe der ordentlichen Baubewilligungsgebühr (2.5‰ der Baukosten) ausgerichtet, im Minimum CHF 4‘000, im Maximum CHF 25‘000. Der Beitrag wird gegen Nachweis des definitiven Minergie-Zertifikats nach Bauvollendung ausgerichtet. Die entsprechende Eingabe kann bei der Abteilung Planung und Bau erfolgen. Die Zusicherungsfrist beträgt drei Jahre ab Vergabe des definitiven Zertifikats durch die Zertifizierungsstelle. 
  2. Minergie-P (auch bekannt unter "Passivhaus"): Für Bauten mit Minergie-P-Standard gilt das gleiche Förderprinzip wie für Minergie. Die Beiträge werden mit dem Faktor 3 multipliziert (Beitrag im Minimum CHF 12‘000, im Maximum CHF 75‘000).
  3. Thermische Sonnenenergie (Sonnenkollektoren): CHF 1‘000 pro angeschlossene Wohnung plus CHF 1‘500 Grundbeitrag, max. CHF 20‘000, Zusatzbedingung: Min. 4m2 Kollektorfläche pro Wohneinheit (WEH)  bei 1 bis 4 WEH, nachher min. 16m2 oder 1.5m2 Kollektorfläche pro WEH.
  4. Wärmepumpen (exkl. Luft-Wasser-WP): Neubauten: Wohnbauten: CHF 500 pro angeschlossene Wohnung plus CHF 500 Grundbeitrag, max. CHF 10‘000 Gewerbe: CHF 100 pro kW thermische Leistung plus CHF 100 Grundbeitrag, min. CHF 1‘000, max. CHF 10‘000.
    Umbauten: Wohnbauten: CHF 1‘000 pro angeschlossene Wohnung plus CHF 1‘000 Grundbeitrag, max. CHF 20‘000 Gewerbe: CHF 200 pro kW thermische Leistung plus CHF 200 Grundbeitrag, min. CHF 2‘000, max. CHF 20‘000. Die Beiträge werden nur ausgerichtet, sofern ein anderes Heizsystem vorhanden war. Die Regionalwerke AG Baden fördern Wärmepumpen kumulativ mit den gleichen Beträgen wie die Stadt Baden.

Formularbezug

Sie finden alle Informationen zu Förderbeiträgen und Angeboten (auch Dritter) bei der Energiefachstelle Baden, Tel. +41 56 200 22 89 oder efsNULL@regionalwerke.ch. Die entsprechenden Formulare finden Sie hier als pdf oder können bei der Energiefachstelle bezogen werden.

Vorgehen

Reichen Sie den Nachweis energetischer Massnahmen im Doppel zusammen mit den Baugesuchsunterlagen ein. Die Unterlagen werden extern geprüft, der Prüfbericht mit allfälligen Auflagen ist ein integrierender Bestandteil der Baubewilligung. Die Kosten hierfür werden mit der Baubewilligungsgebühr in Rechnung gestellt. Mit der Bauabnahme werden die ausgeführten Arbeiten überprüft. Auf der Baustelle werden zudem stichprobenweise Kontrollen durchgeführt.

Folgendes gilt es zu beachten:

  • Für Solaranlagen besteht eine generelle Meldepflicht, unter Umständen sogar eine Baubewilligungspflicht.
  • Prüfen Sie auch beim Bau von Wärmepumpen, ob eine Baubewilligung nötig ist.
  • Sind Sie über Baurechtsverträge oder Auflagen im Baugesuch an eine Heizgemeinschaft gebunden, muss vor dem Bau einer Wärmepumpe die vertragliche Situation geklärt werden. Nehmen Sie mit der Abteilung Entwicklungsplanung, Tel. +41 56 200 82 90 oder entwicklungsplanungNULL@baden.ch  Kontakt auf.

Energetische Abklärungen vor dem Bauprojekt

Planen Sie die Energieversorgung Ihres Bauvorhabens rechtzeitig. Nutzen Sie dazu lokale Energieträger wie Erdwärme, Sonne oder auch Holz. Beachten Sie die energetischen Vorschriften in der BNO (Bau und Nutzungsordnung) der Stadt Baden und die Vorgaben das Kantons Aargau Energiegesetz des Kantons Aargau (EnergieG) und Energiesparverordnung des Kantons Aargau  (ESpaV).

Über die Potenziale Ihres Standortes zu Erdwärme und Sonne geben die kantonalen Nutzungskarten für Erdwärme und solare Anwendungen Auskunft. Wählen Sie dazu die entsprechenden Fachkarten im Agis Viewer . Die Erdwärmenutzungskarte gibt einen einfachen, schnellen Überblick, wo in der Stadt Baden Grundwasserwärmepumpen und/oder Erdwärmesonden mit welchen Begleitmassnahmen gebaut werden können. Der Solarkataster zeigt für alle bestehenden Bauten die Eignung zur Nutzung von solarer Energie auf. Ungefähre Kennzahlen können für jede Dachfläche per Mausklick abgefragt werden.

Solaranlagen

Gemäss Art. 18a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung RPG, SR 700 bedürfen in Bau- und in Landwirtschaftszonen auf Dächern genügend angepasste Solaranlagen keiner Baubewilligung. Solche Vorhaben sind aber der Abteilung Planung und Bau mittels dem kantonalen Formular (Solaranlage) zu melden.

Als genügend angepasst im Sinne des Raumplanungsgesetzes gelten Solaranlagen, wenn sie (kumulativ; Art. 32a der Raumplanungsverordnung RPV, SR 700.1 www.admin.ch):

  1. die Dachfläche im rechten Winkel um höchstens 20 cm überragen;
  2. von vorne und von oben gesehen nicht über die Dachfläche hinausragen;
  3. nach dem Stand der Technik reflexionsarm ausgeführt werden; und
  4. als kompakte Fläche zusammenhängen.

Gemäss § 49a  BauV (www.ag.ch) gilt zusätzlich: Solaranlagen auf Gebäuden in Industrie-, Arbeits- und Gewerbezonen sind baubewilligungsfrei, auch wenn sie die Dachfläche im rechten Winkel um mehr als 20 cm überragen (Abs. 1). Weiter dürfen baubewilligungsfreie Solaranlagen ausgeführt werden, wenn die Behörde innert 30 Tagen nach Eingang der Meldung keine Einwände erhebt.

Achtung: Solaranlagen auf Kultur- und Naturdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung sowie auf Objekten in den Altstadtzonen, im Kernbereich Bäderzone, der Dorf- und Villenzone sowie in den Ensembleschutzzonen und an Baudenkmälern bedürfen stets einer Baubewilligung (§ 49a Abs. 2 BauV; § 83 Abs. 2 BNO law.baden.ch). Die Anlagen dürfen solche Zonen oder Denkmäler nicht wesentlich beeinträchtigen (Art. 18a Abs. 3 RPG). Mit dem Baugesuch ist auch die Meldepflicht erfüllt.

Für detailliertere Abklärungen zu den Themen Erdwärme und Solarenergie (Solarthermie oder Photovoltaik) wenden Sie sich an die Energiefachstelle Baden, Tel. +41 56 200 22 89 oder efsNULL@regionalwerke.ch.

Energetische Nachweise für Baugesuche

Seit dem 1. März 2009 ist im Kanton Aargau die «Verordnung zu den Energiesparvorschriften des Energiegesetzes (Energiesparverordnung, ESpaV)»  in Kraft. Einige Punkte sind für das Erstellen von energetischen Nachweisen (kurz EN) und bei der Bauausführung besonders zu beachten:

  1. § 7 ESpaV: Die Anforderungen an den Wärmeschutz von Bauten richten sich nach der Norm SIA 380/1, Ausgabe 2009.
  2. Die Klimastation für Baden ist Buchs-Aarau.
  3. Der Nachweis energetischer Massnahmen bei Neu- und Umbauten kann mit den entsprechenden Grenzwerten als Systemnachweis oder Einzelbauteilnachweis nachgewiesen werden.
  4. Der Dämmperimeter ist auf den Planunterlagen genau einzuzeichnen.
  5. Bauteile müssen auf den Planunterlagen genau bezeichnet und abgegrenzt werden.
  6. Legen Sie die Bauteilliste mit U-Wert Angaben und Berechnungsgrundlagen bei.
  7. Wärmebrücken sind je nach Bauteilqualität zu berücksichtigen.
  8. Füllen Sie die EN Formulare komplett aus und unterschreiben Sie sie.
  9. Erleichterungen von den Anforderungen sind gemäss §9 ESpaV zu begründen.
  10. ESpaV § 10: Neue Bauten oder Enweiterungen mit einer EBF > 50m² müssen so erstellt werden, dass höchstens 80% des zulässigen Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser mit nicht erneuerbaren Energien gedeckt werden. Diese Anforderung kann durch die fachgerechte Ausführung einer Standardlösung nach ESpaV Anhang 9 erfüllt werden.
  11. ESpaV § 11²: Elektrizität zu Heizzwecken wird doppelt gewichtet.
  12. ESpaV § 15: Wärmepumpen sind so auszulegen, dass elektrische Widerstandsheizungen zur Deckung der Norm-Heizlast nur bei Unterschreitung der Norm-Aussentemperatur zum Einsatz kommen.
  13. ESpaV § 16: In Neubauten und bei Heizungskomplettsanierungen sind reine Elektroboiler nicht zugelassen.
  14. ESpaV § 176: In beheizten Räumen sind Einrichtungen zu installieren, die es ermöglichen, die Raumlufttemperatur einzeln einzustellen und selbsttätig zu regeln. Ausgenommen sind Räume, die überwiegend mittels träger Flächenheizungen mit einer Vorlauftemperatur von höchstens 30 °C beheizt werden.
  15. Allgemein: Der Nachweis muss für die Kontrollstelle nachvollziehbar sein!

Links zu den Formularen: