Thermen
Seit 2000 Jahren wird in Baden die Kraft der Thermalquellen genutzt. An keinem anderen Ort in der Schweiz ist das Thermalwasser derart reich an Mineralien wie hier. Aus 18 Quellen sprudelt es – 1 Million Liter täglich. Auf einer langen Reise durch die Gesteine in 3000 Metern Tiefe lösen sich die wertvollen Mineralien im heissen Wasser und sorgen an der Oberfläche für Wohlbefinden. Vielfältige Angebote im beschaulichen, historischen Bäderquartier lassen den Besucher in eine Welt der Erholung eintauchen.
Der unbezahlbare Bodenschatz ist auch wertvolle Grundlage für medizinische Behandlungen aller Art ergänzt durch das Jahrtausende alte Wissen der traditionellen chinesischen Medizin.
Die Stadt Baden erfüllt die Vorgaben des Schweizer Tourismus-Verbandes und trägt das Gütesiegel «Wellness Destination» mit Zustimmung der nationalen Qualitätssicherungs-Kommission. Das 2008 geschaffene Gütesiegel zeichnet Ferienorte und Feriendestinationen aus, die ein umfassendes, hochwertiges
Wellness-Angebot offerieren.
Mineralien
Das Badener Thermalwasser ist mit rund 47°C nicht nur eines der wärmsten, sondern mit 4,6 Gramm pro Liter auch das mineralreichste Heilwasser der Schweiz. Neben Kalzium, Eisen und Jod enthält das «flüssige Gold» auch Schwefel. Dieses Mineral ist verantwortlich für den markanten Geruch des Thermalwassers. Weitere Inhaltsstoffe sind Methan, Fluor, Zink und Magnesium. Letzterer ist essentiell für die Muskelfunktionen und die Knochenbildung im menschlichen Körper. Weitere Mineralstoffe und deren Funktion sind nachzulesen unter:
Mineralien im Badener Thermalwasser [PDF, 18.0 KB]
Bäderquartier
Die Stadt Baden blickt auf eine mindestens 2000-jährige Geschichte als Bäderstadt zurück. Das Bäderquartier stellt heute ein europaweit einzigartiges Ensemble von grosser kulturgeschichtlicher Bedeutung dar. Noch heute stehen ehemalige Bäder die aus dem 14. und 15. Jahrhundert stammen. Das Hotel Blume, der Bären, der Ochsen, der Schlüssel und das Hörnli tragen noch heute die gleichen Namen wie vor rund 500 Jahren. Weitere Informationen zur Geschichte der Bäder von Baden sind nachzulesen unter:
www.thermalbaden.ch
Heilende Kraft des Badener Thermalwassers
Folgende Heilanzeigen stehen im Vordergrund:
- Rheumatologischer Formenkreis
- Mechanische Schädigungen
- Stoffwechselbedingte Störungen
- Neurologische Erkrankungen
- Erkrankungen der Atemorgane
- Erkrankungen von Herz- und Kreislauforganen
Berühmtheiten
Poggio Bracciolini, Florentiner Humanist und Sekretär des Papstes, kam 1416 nach Baden und schilderte als erster in einem Reisebrief den damaligen Badebetrieb. Ihm folgten zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, die allesamt die Vorzüge des Badener Thermalwassers zu schätzen wussten. Darunter Giacomo Casanova, Heinrich Pestalozzi oder aber auch Gottfried Keller, der mit seinen Malerfreunden Arnold Böcklin und Rudolf Koller im Grand Hotel einquartiert war.
Nicht nur Kurgast in Baden sondern auch einer der sich ernsthaft überlegt hatte, sich für seinen Lebensabend in Baden niederzulassen war Richard Strauss. Er besuchte Anfang des 20. Jh. die Bäder.
Und auch Paul Burkhard, Schöpfer des um die ganze Welt gegangenen Liedes «O mein Papa» und Henri Guisan, ehemaliger General der schweizerischen Armee, waren in den Bädern zu Gast. Für die wohl berühmteste Nennung der Bäder von Baden sorgte Hermann Hesse, Schriftsteller und Nobelpreisträger für Literatur. In seinem Buch «Kurgast. Aufzeichnungen von einer Badener Kur» berichtete er 1925 über die Badekuren im Bäderquartier.
Geologie
In der Faltenjura-Klus von Baden/Ennetbaden – tief unter dem Bäderquartier – lagert in teils über 1200 Metern Tiefe vier- bis zwölftausend Jahre altes Thermalwasser.
Für Geologen ein äusserst spannendes Forschungsobjekt. Mittels Seismographen können Thermalwasser-Vorkommnisse entdeckt und quantifiziert werden. Die Muschelkalk-Schichten der Lägern-Struktur dienen als Thermalwasserträger. Die in den Tiefen gespeicherte Erdwärme erhitzt das Thermalwasser auf 47°C und lässt es durch den entstehenden Druck auf natürliche Weise entlang von tektonischen Linien beidseits der Limmat in Quellfassungen austreten. Auch direkte Quellaustritte in die Limmat sind bekannt.
Badegenuss
Das öffentliche Thermalbad im Bäderquartier soll durch ein neues, modernes Thermalbad von Stararchitekt Mario Botta abgelöst werden. Bis zur Eröffnung sprudelt das Thermalwasser aber weiterhin aus achtzehn Quellen und kann an diversen Orten im Bäderquartier erlebt werden. Das Novum SPA sowie das Hotel Blume bieten Ihren Gästen Thermalbäder an. Wer es exklusiver mag, findet im Hirsch Private SPA Suiten mit modernster Wellness-Einrichtung. Nicht badend, aber trotzdem erlebbar, ist das Badener Thermalwasser beim Ellenbogenbad oder dem «Heissen Stein» im Bäderquartier. Letzterer bedeckt eine heisse Quelle und ist auf dem Kurplatz begehbar.
Andere Zeiten, andere Gäste
Die Badener Thermen sprudeln seit ihrer Entdeckung durch römische Legionäre um 14 n.Chr. ununterbrochen aus der Tiefe. Dem 47°C warmen Wasser wurde sogleich eine heilende Wirkung zugesprochen. Diese wurde über Epochen weitervermittelt und so profitierten verschiedene Völker wie beispielsweise die Helvetier und Habsburger vom Badener Thermalwasser. Die Eidgenossen wussten die Bäder so sehr zu schätzen, dass sie ihre Tagsatzungen vornehmlich in Baden abhielten und die Zürcher strömten ab 1847 mit Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie (der Spanischbrödli-Bahn) vermehrt ins Bäderquartier.
Badekur
Mit einem Erguss von rund einer Million Litern pro Tag sprudelt das Badener Thermalwasser seit Römerzeiten in diverse grössere und kleinere Becken, wo es als Hilfsmittel für bestimmte therapeutische Anwendungen genutzt wird. Fuhr man früher zur Kur nach Baden, so nannte sich dies "Badenfahrt". Eine Badekur ging über mehrere Tage und bestand im Allgemeinen aus 5-20 Badeanwendungen, die in der Regel täglich oder in zweitägigem Abstand stattfanden. Ergänzend dazu liess man sich Schröpfen, machte Heilgymnastik oder unterzog sich zur Entschlackung einer Trinkkur. Heute kann man sich zudem nach dem Bad mit der Feuchtigkeits-Körperlotion Aqua-Salus eincrèmen. Die Körperpflege ist angereichert mit Badener Thermalwasser.
Erfolgsgeschichten
Die Bäder von Baden begründeten den Badetourismus in der Schweiz. Bereits im 15. Jahrhundert erlebte das Bäderquartier eine Hochblüte und umfasste zwei öffentliche und rund dreissig private Bäder. Insbesondere die Eidgenossen schätzten die Stadt Baden als Kurort und wichtigster Versammlungsort ihrer eidgenössischen Tagsatzungen. Ab 1847 verband die erste Eisenbahnlinie der Schweiz (die Spanischbrödli-Bahn) Zürich mit Baden und brachte so zahlreiche Gäste in die Bäder. In der Folge boomte in Baden sowohl die Hotellerie als auch die Gastronomie. Mit dem Bau des Kursaals bot man den Badegästen ab 1875 Theater, Konzerte, Tanz und Spiel. Der Kursaal wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt des Kurortes. Heute beherbergt das denkmalgeschützte Gebäude im Kurpark das Grand Casino Baden.
Heilkraft
Das Badener Thermalwasser wirkt positiv auf das vegetative Nervensystem. Die Wärme und der ausserordentlich hohe Mineraliengehalt fördern die Durchblutung und verstärken den Abtransport schädlicher Stoffwechselprodukte. Eine Badekur hilft insbesondere zur Behandlung von Rheuma oder Störungen mit Auswirkungen auf den Bewegungsapparat wie z.B. Osteoporose oder Arthrose. Die wohlige Wärme hilft aber auch zur Lösung von Verspannungen, zur Ausheilung eines Hexenschusses oder zum Abbau von Stress.
Thermalwasseranlayse, Klassifikation der Thermalquelle
Schwefeltherme 47 °C, Natriumcalcium-Chlorid-Sulfatwasser, Lithium, Fluor- und Borsäure enthaltend, mit weiteren Komponenten in bemerkenswerter Menge (Dr. H. Senften, 1972)
DRS 1 Treffpunkt [MP3, 40.0 MB]





